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Gegensätze

In der Psychomotorik nach Bernard Aucouturier spielen Gegensätze eine wichtige Rolle – sowohl in der kindlichen Entwicklung als auch in der therapeutischen Arbeit. Diese Gegensätze sind nicht nur Spannungsfelder, sondern auch notwendige Pole, zwischen denen sich Entwicklung bewegt. Aucouturier geht davon aus, dass Kinder durch das Erleben und das Spiel mit Gegensätzen ihre Persönlichkeit und Identität entwickeln.

Ein Beispiel:
Laut vs. Leise
Wechsel zwischen expressiven, energiegeladenen Aktivitäten und ruhigen, konzentrierten Phasen fördert emotionale Regulation und Selbstwahrnehmung.

Weitere Beispiele findet ihr in den Bildern:

Beziehung

 Wir alle wissen, dass die Beziehung zwischen Mutter/Vater und Baby/Kind sein überleben sichert. Ohne Beziehung zu anderen Menschen sind wir nicht lebensfähig. Die gute Beziehung zu den Eltern gibt Halt und Sicherheit. In dieser Sicherheit ist es dem Kind möglich sich zu entfalten, die Welt zu entdecken, zu lernen. Die Beziehung ist eine Art sicherer Hafen. Man kann dort hin zurückkehren, wenn es auf dem großen Wasser zu stürmisch wird, um dann wieder hinauszufahren.

Unsere Kinder suchen nach dieser Beziehung, nach ungeteilter Aufmerksamkeit. Und wir Erwachsenen, wir sind abgelenkt. (Mit was kann hier jeder selbst füllen, da fällt uns genügend ein) Ja, auch ich zähle mich dazu. Es fällt mir häufig schwer mich einzulassen, zur Ruhe zu kommen und einfach nur in Beziehung zu sein mit meinen Kindern.

Das wird mir auch deutlich durch meine Arbeit. Die Theorie ist mir bekannt und in der Praxis spüre ich es in Beziehung zu sein mit den Kindern einer Gruppe oder mit dem einzelnen Kind in der Therapie. Das tut gut und erfüllt uns.

"In unsere therapeutischen Intervention wird dem Kind eine unterstützende Beziehung angeboten. In einer unterstützenden Beziehung kann das Kind Vertrauen entwickeln. Mit der Zeit wagt es, sich in seinen Ängsten, Widerständen und Sehnsüchten zum Ausdruck zu bringen und zu zeigen. Es beginnt neue Wege für sich auszuprobieren und nach neuen Lösungen zu suchen." aus Beziehung wagen - Mit Körper und Bewegung (psycho-) Therapeutisch arbeiten - Marion Esser - Projecta Verlag, Bonn, 2011

Das ist unsere Intention. Kindern zu helfen. Nicht sie zu heilen. Es geht darum dem Kind einen Rahmen zu schaffen, der ihm Sicherheit und Halt gibt in dem es sich in seinem Tempo zu zeigen und zu verändern.

Spiegel und ihre Bedeutung

Spiegel sind wichtig für Kinder. Sowohl für die körperliche als auch psychische Entwicklung.

1. Die Kinder können sich im Spiegel selbst wahrnehmen, sie lernen in den ersten Lebensjahren ihr eigenes Spiegelbild zu identifizieren und verstehen, dass sie selbst darin abgebildet sind. So lernen sie ein Verständnis von Ich und Du.

2. Im Spiegel können Kinder ihre äußeren Merkmale betrachten, aber auch sehen wie sie sich im Raum bewegen. Hier werden motorische und kognitive Entwicklung gefördert.

3. Sozial-emotionale Entwicklung: Im Spiegel sieht das Kind seinen Gesichtsausdruck. So kann das Kind lernen seine eigenen Gefühle zu verstehen. Freude, Wut und Trauer können im Spiegel erkannt werden. (Bestenfalls werden sie vom Erwachsenen benannt). Wenn Kinder sich selbst und andere Kinder im Spiegel sehen, dann können sie sich im sozialen Kontext beobachten und das Verhalten anderer nachahmen.

4. Wenn Kinder alltägliche Aufgaben vor dem Spiegel erledigen (Gesicht und Hände waschen, Zähne putzen, sich anziehen) kann dies ihre Unabhängigkeit und Selbständigkeit fördern, sowie ihr Selbstvertrauen stärken.

Somit ist der Spiegel zuhause und im Psychomotorikraum ein wichtiges Material für die Identitätsentwicklung der Kinder (und vermutlich auch für uns Erwachsenen 😉)